Der HRC trauert um sein langjähriges Mitglied Adolf Bolte.

Adolf Bolte
Adolf (Jahrgang 1943) trat im Jahr 1958 in den Club ein. In den 60er-Jahren gehörte er einige Zeit zur Trainingsmannschaft des Clubs. Auch danach blieb er – mit kurzen, beruflich bedingten Pausen außerhalb Hannovers – bis zu seinem Lebensende ein außerordentlich aktives Mitglied. Dies galt vor allem für die Ruderabteilung, aber auch für die Tanzsportler und die kurzzeitig existierende Surfsportabteilung.
Zusammen mit Jürgen Thoms gehörte er zu den Gründungsvätern der sogenannten "Montagsturner" – einer Gruppe ehemaliger Leistungs- und Breitensportler, die sich seit Mitte der 60er-Jahre im Winter zum Hallensport mit Gymnastik, Zirkeltraining und Ballspielen traf. Diese Gruppe existiert noch heute, und Adolf war hier bis zum Corona-Jahr 2020 ein eifriger "Mitturner".
Seine Leidenschaft und Hauptaktivität blieb jedoch das Rudern. In der Mittwochsgruppe der Alten Herren war er bis zuletzt einer der Aktivsten: Bei jeder der jährlich stattfindenden großen AH-Wanderfahrten war er dabei. Wenn mittwochs der AH-Achter auf dem Maschsee zustande kam, ruderte er mit – in der Regel als dessen Schlagmann. Auch bei den SilverEagles, dem Achter der etwas jüngeren Alten Herren, gehörte er zehn Jahre lang zur Stammbesetzung und war zusammen mit Horst Meyer deren Alterspräsident.
In Zeiten, als zwischen den hannoverschen Rudervereinen noch eine gehörige Rivalität herrschte, war er ein eifriger Wanderer zwischen den Ruderquartieren von Maschsee und Ihme/Leine. So war er beispielsweise häufig beim Sonntagsrudern des DRC oder beim WSV Altwarmbüchen anzutreffen. Zudem gehörte er zu den Organisatoren des Maschseefest-Ruderns, zu dem unsere Alten Herren die Kollegen der anderen Vereine einluden. Mit diesen vereinsübergreifenden Aktivitäten war Adolf womöglich ein Wegbereiter des heutigen hervorragenden Verhältnisses zwischen den hannoverschen Rudervereinen.
Als einer der wenigen Älteren war Adolf auch bei den jüngeren Vereinsmitgliedern bekannt und beliebt. Er behielt auch im Alter sein Interesse am aktuellen Rudergeschehen und pflegte den Kontakt zur Jugend.
Nun ist Adolf am 22. Januar nach kurzer Krankheit für viele von uns vollkommen unerwartet zwei Tage vor seinem 83. Geburtstag verstorben. Wir werden ihn mit seinen vielfältigen Aktivitäten, aber auch mit seinen Diskussionsbeiträgen zu Trainingsmethoden und Rudertechnik – oft hochkompetent, manchmal ungewöhnlich, mitunter liebenswert kauzig – sehr vermissen.
K.-M. Baumgarten